Rechtsanwalt Rolf Adler

Konditionen

Anders als andere Unternehmer kann ein Anwalt den Preis für seine Dienstleistung nicht frei bestimmen. Der Gesetzgeber hat die Vergütung der anwaltlichen Tätigkeit durch die Rechtsanwaltsvergütungsordnung (RVG) geregelt. Dadurch werden die Kosten für den Mandanten transparenter und kalkulierbar.

Erstberatung

Die Kosten einer Erstberatung über die Erfolgsaussichten eines Rechtsstreits können maximal 190,00 Euro (zzgl. USt.) betragen. Die genaue Höhe der Erstberatungsgebühr hängt im Einzelfall von der Höhe des Gegenstandswerts und von der Komplexität des Falls ab. Sollte das Mandat fortgeführt werden, findet diese Gebühr Anrechnung auf eine Gebühr für eine sonstige Tätigkeit.

Außergerichtliche Tätigkeiten in Zivilsachen

Die Höhe der anwaltlichen Gebühr für eine außergerichtliche Tätigkeit in Zivilsachen richtet sich nach dem wirtschaftlichen Wert des Rechtsstreits, dem so genannten Streitwert. Abhängig vom Streitwert und der Komplexität des streitigen Sachverhalts ist der vom RVG vorgegebene Gebührenwert mit einem Multiplikator zu versehen. Bei Streitigkeiten mit einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad wird derzeit ein Multiplikator von 1,3 als angemessen angesehen (so genannte Mittelgebühr). Sollte die außergerichtliche Tätigkeit zu einer vergleichsweisen Einigung führen, so fällt neben der gerade beschriebenen Geschäftsgebühr noch eine Einigungsgebühr an.

Gerichtliche Tätigkeiten in Zivilsachen

Der Wert der Gebühren wird für eine gerichtliche Tätigkeit in Zivilsachen nach denselben Grundsätzen wie bei der außergerichtlichen Tätigkeit berechnet. Für das Betreiben der Angelegenheit entsteht eine Verfahrensgebühr, für die Wahrnehmung eines Gerichtstermins eine Verhandlungsgebühr und für den Fall der Streitbeilegung während des Verfahrens, z.B. durch einen Vergleich, eine Einigungsgebühr.

Strafverfahren

Da es im Strafrecht nicht um Streitwerte geht, sieht das RVG für diesen Bereich Rahmengebühren vor. Ob der Anwalt im oberen, mittleren oder unteren Bereich abrechnen darf, hängt vom Schwierigkeitsgrad, dem Umfang der anwaltlichen Tätigkeit und der Bedeutung der Angelegenheit für den Auftraggeber ab.

Für die erstmalige Einarbeitung in den Fall entsteht eine Grundgebühr, für das sich daran anschließende Betreiben des Geschäfts eine Verfahrensgebühr und für die Teilnahme an Gerichtsterminen jeweils eine Terminsgebühr. Eine Übersicht zu den strafrechtlichen Gebühren finden Sie hier.

Bußgeldverfahren

Die obigen Ausführungen zu den Gebührentatbeständen in Strafverfahren gelten auch für Bußgeldverfahren. Der Anwalt kann auch hier maximal 3 Gebühren abrechnen. Die Höhe der Verfahrens- und der Terminsgebühr hängen hier jedoch von der Höhe der verhängten Geldbuße ab. Eine Übersicht zu den Gebühren in Bußgeldsachen finden Sie hier.

Honorarvereinbarungen

Durch Honorarvereinbarungen kann der Rechtsanwalt das starre gebührenrechtliche Korsett des RVG durchbrechen. Dabei können der Rechtsanwalt und sein Mandant, z.B. durch die Vereinbarung von festen Stundensätzen eine für den Mandanten sehr transparente Art der Vergütung wählen. Durch eine Honorarvereinbarung dürfen die Mindestgebühren des RVG jedoch nicht unterschritten werden.

Weitere Informationen zum Themenbereich Anwaltsgebühren finden Sie hier.

Rechtsschutzversicherungen

Rechtsschutzversicherungen bieten dem Mandanten die Möglichkeit bestimmte Risikobereiche des täglichen Lebens abzudecken, indem der Versicherer die finanziellen Risiken eines Rechtsstreits in eben diesen Bereichen trägt.

Rechtsschutzversicherungen decken jedoch immer nur bestimmte Risikoteilbereiche des täglichen Lebens ab, z.B. im Zusammenhang mit Scheidungen, der Abwehr von Schadensersatzforderungen aus dem Bereich des Straßenverkehrs- oder Mietrechts, aber auch Ansprüche aus gewerblicher oder freiberuflicher Tätigkeit.

Da die Versicherungsbedingungen jedoch den Rahmen der Kostenübernahme meist sehr genau regeln, empfiehlt es sich vor der Einleitung rechtlicher Schritte vom Versicherer eine Kostendeckungszusage einzuholen. Dabei bin ich Ihnen natürlich gerne behilflich.

Beratungs- und Prozeßkostenhilfe

Nicht vermögende Personen haben durch Beratungs- und Prozeßkostenhilfe ebenfalls die Möglichkeit in den Genuß einer anwaltlichen Beratung zu gelangen. Die Beratungshilfe deckt die Fälle der außergerichtlichen Beratung und die Prozeßkostenhilfe die Fälle eines gerichtlichen Rechtsstreits ab.

Prozeßkostenhilfe wird gewährt, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Es wird weiter geprüft, ob nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung ganz, nur zum Teil oder in Raten selbst aufgebracht werden kann. Prozesskostenhilfe erhält derjenige, dem von seinem Einkommen, nach Abzug von Steuern, angemessenen Wohnkosten, Versicherungsbeiträgen etc. und unter Berücksichtigung der Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr als ein bestimmter monatlicher Betrag zum Leben bleibt. Dabei werden auch bestimmte Vermögenswerte des Antragstellers berücksichtigt. Die Höhe dieses Betrages, der nach Abzug der oben genannten regelmäßigen Belastungen nicht angetastet werden darf, wird jährlich neu bestimmt und den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen angepasst.

Im Falle des Unterliegens übernimmt der Staat jedoch nicht die Kosten des gegnerischen Prozeßbevollmächtigten.

Bei der Beantragung von Beratungs- oder Prozeßkostenhilfe und der Frage, ob Ihr Anliegen Aussicht auf Erfolg hat helfe ich Ihnen gern weiter.